Idee und Ziel
Schrei für dein Recht ist eine Kampagne von jungen Menschen für junge Menschen mit dem Ziel, diese zu motivieren und für die Menschenrechtsarbeit zu sensibilisieren.
Durch die langjährige Arbeit bei amnesty international mit Schüler- und Jugendgruppen ist uns aufgefallen, dass die klare Ausrichtung zur Information junger Menschen über die Menschenrechte und eine eindeutige Ansprache in dem Bereich der visuellen Medien fehlt.
Jugendliche lernen das Wirkungsfeld von Menschenrechtsorganisationen vornehmlich über ihre Eltern kennen, die bereits bei solchen aktiv sind oder ihnen Aufmerksamkeit schenken. Doch das Bewusstsein für Ethik und Gerechtigkeit, sowie die Erhaltung der Menschenrechte sind Aufgaben, die uns alle betreffen. Gerade junge Menschen beschreiten den Weg in die Zukunft und prägen neue Werte und Verhaltensweisen, die maßgebend sind für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Deshalb müssen wir genau dort ansetzen und schon in der Jugend anfangen zu informieren, zu bilden und aufzuklären.
In der aktuellen Gesellschaft können wir zunehmend ein vermeintliches Desinteresse an politischen Entwicklungen beobachten. Die Informationen aus den Nachrichten werden zwar vernommen und die Unzufriedenheit der Menschen ist spürbar. Aber wo ist die Reaktion? Wo ist die gesunde Rebellion? Wer sagt: Nein, so kann das nicht weitergehen? Wirtschaftliche Interessen stehen über Menschlichkeit. Ungerechtigkeiten und militärische Eingriffe werden anscheinend schweigend hingenommen. Wo ist die Solidarität der Menschen untereinander, die Fürsorge und die Hilfsbereitschaft?
Unsere Kampagne soll jung, frech, direkt und offensiv sein. Wir nehmen kein Blatt vor den Mund, wir sagen, was wir denken, weil wir uns äußern dürfen und zu unserer Meinung stehen. Wir wollen etwas verändern, wir sind stark und zielstrebig.
Wir wollen ernst genommen werden, gerade weil wir jung sind und eine unbefangene Sicht auf die Dinge haben. Wir können etwas erreichen. Wir haben Potential.
Deshalb lautet unser Slogan und Aufruf:

SCHREI FÜR DEIN RECHT UND FÜR DIE MENSCHENRECHTE

Jeder hat das Recht sich zu äußern, für seine Meinung einzustehen. Wenn einfaches Sprechen nicht gehört wird, dann schreien wir eben, anstatt zu verstummen. Wir sind dafür, dass jeder Mensch dieses Recht hat und es auch wahrnimmt, denn erst mit der Kommunikation, dem Austausch und der erregten Aufmerksamkeit fängt Veränderung an.
Unsere Hauptaufgabe ist es in diesem Sinne ein Netzwerk aufzubauen, das den jungen Menschen, aber auch Erwachsenen die Möglichkeit bietet, mit anderen Interessierten in Kontakt zu treten, ihre Meinung zu sagen und selbst aktiv zu werden.

Langfristig wollen wir das Bewusstsein junger Menschen für unsere Welt und Gesellschaft schärfen und darauf aufmerksam machen, dass jeder für sich und seine Umwelt verantwortlich ist. Wir verstehen unsere Arbeit als sozialen Auftrag mit Optimismus für eine bessere Zukunft.
Schrei für dein Recht ist eine Kampagne, die in Eigeninitiative produziert wurde und von den Organisationen Aktion Weißes Friedensband, Unicef, terre des hommes, Brot für die Welt und Kindernothilfe unterstützt wird.

Visualisierungspläne der Kampagne
Das Arbeitsfeld unseres Teams ist besonders von der Filmproduktion geprägt. Deshalb war die Kernidee, einen Kino Social Spot umzusetzen mit einem filmästhetischen Anspruch, wirkungsvoll und einprägsam inszeniert und gestaltet.
Das Kino ist ein Forum kulturellen Austauschs. Sowohl das Filmprogramm als auch der soziale Anlass werden zum individuellen Kulturerlebnis. Der Kinobesucher hat die Bereitschaft, sich auf etwas bisher Unbekanntes einzulassen und Ungesehenes zu erleben. Deshalb sehen wir das Kino als idealen Präsentationsraum für ein offenes und gespanntes Publikum.
Wir haben eine besondere Aufmerksamkeit darauf gelegt, den Spot mit größtmöglichem technischen Anspruch und in besonders guter Qualität zu produzieren, damit die 35mm Projektion in den Kinos eindrucksvoll wirkt und den Besuchern deutlich in Erinnerung bleibt.

Gestaltung des Social Spots
Der Kino Social Spot hat eine Länge von 35 Sekunden. Mehrere Personen (zwischen 16 und 28 Jahren) sind einzeln und frontal vor einem schwarzen Hintergrund zu sehen und wollen dem Zuschauer etwas mitteilen. Ihre Aussagen werden von einem nüchtern klingenden Pieptonübertönt, man kann nicht hören was sie sagen, sie wurden zum Schweigen gebracht. Sie wollen etwas sagen, können aber nicht. Je lauter sie werden, umso lauter wird der Piepton.
Die emotionale Steigerung des Films liegt in der equivalent ansteigenden Aggression der Personen, der ansteigenden Schnittgeschwindigkeit und dem lauter werdenden Piepton. Durch die sich intensivierende Dynamik wird die Auflösung und Botschaft des Spots verstärkt. Nach der letzten Person ist es für 2 Sekunden ruhig und man sieht nur ein schwarzes Bild. In weißer Schrift erscheinen nacheinander folgende Sätze:
Wird deine Meinung gehört? Millionen Menschen verstummen. Lass es nicht zu!
Dabei wird von schwarz in weiß geblendet, die weiße Schrift wird zu schwarzer Schrift, der Hintergrund wechselt von schwarz auf weiß.
Nach dem Ticker erscheint der animierte Text mit eingesprochener Off- Stimme:
SCHREI FÜR DEIN RECHT UND FÜR DIE MENSCHENRECHTE
Dann der Aufruf und die Webadresse:
Klick dich ein. Sei dabei!
www.schrei-fuer-dein-recht.de. Darunter werden gleichzeitig die Logos der Partnerorganisationen eingeblendet.

Realisierung des Social Spots
Gedreht wurde auf Digi Beta. Ein Gesamtdrehtag fand im Mai 2005 statt. An der Umsetzung des Spots waren 20 Schauspieler und 15 Crewmitglieder beteiligt. Das Equipment (Kamera, Licht, Ton) konnten wir durch zahlreiche hilfsbereite Unterstützer und Sponsoren gebührenfrei entleihen. Mittlerweile ist die Postproduktion abgeschlossen und wir bereiten die Präsentation und öffentliche Premiere im November in Berlin vor.
Die Umsetzung dieses Projektes ist eine Eigenproduktion des Teams für unsere Partnerorganisationen auf No- Budget Ebene. Eine Gage für die Darsteller sowie für das Team wird nicht gezahlt. Dies unterstreicht das enorme Engagement der Mitwirkenden für einen sozialen Beitrag, worüber wir uns sehr freuen.
Im Rahmen der Dreharbeiten ist auch ein 10- minütiges Making- Of entstanden. Die Dokumentation der Ereignisse am Set und die Diskussion währenddessen über das Projekt, unsere Idee und das Ziels der Kampagne zeigt, dass aktiv werden auch Spaß macht und sicherlich eine Teamsache ist.

Präsentation und Ausstrahlung
Es ist geplant, dass der Spot nach seiner Premiere in Berlin parallel in mehreren Kinos der Stadt gezeigt wird. Danach soll der Film vereinzelt in größeren deutschen Städten gezeigt werden. Optional werden einige Orte in Österreich und der Schweiz hinzukommen. Die Anzahl von 300 Filmkopien (35mm) wird nacheinander in den verschiedenen Städten laufen, jeweils für etwa 1-2 Wochen. In dieser Zeit soll die Publikation der Kampagne in konzentrierter Form mit Hilfe von Radio und Printmedien in den einzelnen Städten stattfinden.
Gerade in Berlin merkt man, dass die Visualisierung viel größere Ausmaße angenommen hat als sie noch vor einigen Jahren hatte. Es entstanden immer mehr Bild- und Projektionsflächen.
Angefangen vom Berliner U- Bahn Fernsehen, dem Berliner Fenster bis hin zu überdimensional großen Videoflächen an zentralen Punkten der Stadt. Flughäfen bieten ein eigenes Videoprogramm an und in Berliner Bahnhöfen wird auf den Bahnsteigen Videokunst gezeigt.
Wir wollen gesehen werden und mit unserer Kampagne möglichst viele Menschen ansprechen und erreichen. Deswegen ist es unsere besondere Bestrebung, diese öffentlichen Screens zu nutzen und auf regionaler sowie überregionaler Ebene auch durch das Fernsehen Aufmerksamkeit für die Menschenrechte zu erregen.
Daher ist es unsere Hoffnung, dass auch die öffentlich- rechtlichen und die privaten Sendeanstalten den Kinospot und/ oder auch das Making- Of im Fernsehen übertragen.

Im Zentrum der Kampagne steht die Website www.schrei-fuer-dein-recht.de. Denn diese dient gleichzeitig als Informationspool sowie als Kommunikationsplattform für Jugendliche zum Thema Menschenrechte. Sie bildet ein Netzwerk.
Ein Kurs angehender Webdesigner der Berliner Medienschule Silicon Studio übernahm im Rahmen eines Wettbewerbs die Gestaltung der Website. Von allen achtzehn Entwürfen wird ein Vorschlag dann schließlich auf der Seite veröffentlicht.
Zum Inhalt der Website gehören Bestandteile, die über das Geschehen in Europa und der Welt informieren. Es werden Zusammenhänge erklärt, Lösungsvorschläge aufgezeigt und weiterführend Möglichkeiten und Termine unterbreitet, damit man sich ganz persönlich einzusetzen kann. Ein Forum soll die Basis schaffen, um über gewisse Themen zu diskutieren und sich auszutauschen. Kompetente Fachpartner einzelner Menschenrechtsorganisationen helfen weiter, wenn noch spezielle Fragen offen geblieben sind. Ein Newslettersystem wird alle Interessierte auf aktuelle Termine und Aktionen hinweisen. Langfristig wird die Seite von der Aktion Weißes Friedensband betreut.
www.schrei-fuer-dein-recht.de zeigt den Gesamtinhalt der Kampagne.
Hintergrundinformationen über die Produktion des Kinospots, Fotos und der Spot selbst werden zu sehen sein, sowie die Schrei für dein Recht Postkartenmotive, die man auch als E-card verschicken kann.

Printmedien
Wie bereits erwähnt, wird die Kampagne unterstützt von Printmedien, besonders durch die Verbreitung einer Postkartenserie mit vier verschiedenen Motiven. Die Postkarten und Plakate tragen die Gesichter der Darsteller und verweisen auf die Kampagne und die Website, ebenso wie der Spot. Professionell arbeitende Fotografen und Grafiker sind für die Gestaltung der Drucksachen verantwortlich.
Die Postkarten sollen in den einzelnen Städten ausliegen, in denen der Spot gerade gezeigt wird. Zusätzlich sollen dort und in den Kinos Plakate auf unsere Aktion hinweisen.
Gerne wollen wir durch Plakathängung in den einzelnen Städten an gesellschaftlichen Plätzen, wie beispielsweise an zentralen Bahnstationen und Bushaltestellen, in den einzelnen Städten präsent sein und Aufmerksamkeit erregen.

Radio
Zu Beginn unserer Planung war die Kampagne rein visuell ausgerichtet. Das wesentliche auditive Element der Kampagne und besonders des Spots ist der Piepton, der jedes gesagte Wort unterdrückt. Wir wollten verdeutlichen, dass die Menschen verstummen, wenn sie nicht gehört werden, und dieses Verstummen eine Art „Aufgeben“ bedeutet. Dafür müssen wir aber das gesprochene Wort und den Inhalt dessen, was andere Menschen vielleicht nicht mehr hören wollen, hörbar machen. Junge Menschen sollen unbefangen sagen, was sie denken und nachfragen. Um den Inhalt und die Botschaft noch deutlicher zu machen, müssen wir sie erklären. Deshalb wollen wir das gesprochene Statement in Form eines Radiospots (zusätzlich zum bereits geplanten Originalton auf der Website) in die Öffentlichkeit bringen. Somit wollen wir ab jetzt nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden. Wir sind sehr zufrieden mit der Gestaltung der Website durch die Auszubildenden von der Design Schule Silicon Studio. Alle Teilnehmer konnten sich in überzeugender Form mit der Thematik und dem Image der Kampagne identifizieren und haben mit Ehrgeiz und Engagement die Entwürfe entwickelt. Aus diesem Grund wollen wir sehr gerne für den Radiospot ebenso mit einer Medienschule kooperieren, die sich mit Audio- Gestaltung auseinandersetzt und in Form eines Projekts einen ebensolchen Wettbewerb vorschlagen.
Mit folgenden Sätzen wurde gearbeitet, dies sind unsere Statements, mit ihnen entstand der Social Spot:

Ich bin für mehr Gleichberechtigung (1,7 Sek.)
Darf ich denn gar nichts mehr sagen (1,6 Sek.)
Kann ich mich dafür einsetzen (1,5 Sek.)
Ich brauch einfach meine Zeit (1,4 Sek.)
Das darf ja nicht wahr sein (1,3 Sek.)
Darf man mal nachfragen (1,2 Sek.)
Das geht mir nicht in den Kopf (1,1 Sek.)
Ich versteh´s einfach nicht… (1,0 Sek.)
Ja aber warum denn (0,9 Sek.)
Das ist echt scheiße (0,8 Sek.)
Wenigstens einmal (0,7 Sek.)
Ja oder nein (0,6 Sek.)
Moment mal (0,5 Sek.)
Was soll das (0,4 Sek.)
Mist (0,3 Sek.)
Ich (0,2 Sek.)
und (0,1 Sek.)
ähh (0,05 Sek.)

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Im Vorfeld der öffentlichen Premiere des Spots in Berlin wird eine umfangreiche Presseaktion beginnen. Zusammen mit unseren Partnerorganisationen werden wir zu einer Bundespressekonferenz anregen und wenden uns damit an Journalisten verschiedener Zeitungen und Magazine. Wir glauben, dass unsere Kampagne in der Gesellschaft Zuspruch erhält, da sie besonders als soziales Engagement zu verstehen ist und langfristig Verbesserung schaffen kann. Um die Kampagne den Menschen näher zu bringen und stärker darauf aufmerksam zu machen, planen wir öffentliche Events und Aktionen, an denen jeder teilnehmen kann. Förderung durch Partner und Sponsoren Dieses Projekt konnte nur entstehen durch die hilfsbereite Unterstützung zahlreicher Partner und Sponsoren.

Für die Material- und Kopierkosten und die Vervielfältigung der 35mm Kopien sind bereits Förderungen beantragt worden. Die Bewilligung der Förderungen werden im Spätsommer/ Herbst bekannt gegeben. Unsere Partnerorganisationen, sowie weitere Unterstützer signalisierten Hilfsbereitschaft.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass der Vertrieb der Kinokopien sowie der Drucksachen mit Hilfe unserer Partnerorganisation und deren Stützpunkten innerhalb von Deutschland sowie international gut funktionieren wird.

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